Didaktisches Coaching
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Jens: also – der erzählt wirklich umständlich!
Tobias: und wie. Finde ich auch.
Caroline: und alleine schon die Wortwahl: zärtliches Einverständnis und so.
Lehrerin: und trotzdem! Sie verstehen schon, was Kleist sagen will; oder?
Christina: inhaltlich eher schon. Also, da geht es um ein Erdbeben. Und das erwischt -
Lehrerin: gut. Lassen Sie uns zunächst über den Inhalt sprechen. Worum geht’s?

Mentorin: Ich habe diese Stelle mal mitgeschrieben. Was ging Ihnen da so durch den Kopf?
Referendarin: also, ich fand, das brachte nicht viel, das Vorlesen. Ist ja wohl auch nichts mehr für die Oberstufe. Und zudem hatte ich den Eindruck, wir mussten erst mal inhaltlich weiter kommen.
Mentorin: Und, sind Sie´s ?
Referendarin: Ich denke, schon. Es kam dann ne Menge über Erdbeben als Schicksalsschläge.
Mentorin: und Kleist?
Referendarin: Na ja..

Die Methodik...

des Coachings ist grundsätzlich abhängig von den Situationen, den Bedingungen, den Anlässen, den Problemen des unterrichtlichen Handelns. Und zwar so, wie sie sich der Perspektive der Handelnden selbst, ihres Gegenübers, von anderen Teilnehmern oder von Beobachtern, von Interpreten und von Analytikern in ihrer Wahrnehmung, vor ihrem Erfahrungshintergrund, im Kontext ihres Verständnisses von Professionalität und Expertise darstellen.

Mit anderen Worten: Coachings sind immer situationsbezogen, kontextabhängig, problemzentriert, wissensorientiert, prozessbegleitend, perspektivenbestimmt, interessengeleitet, intentional und, auch das, prospektiv. Didaktische Coachings sind hinsichtlich ihrer Inhalte, ihrer Gegenstände prozess-, ergebnis-, methoden- und themen- sowie wissensorientierte Begleitung und Beratung Lehrender.

Die Form des didaktischen Coachings ist in der Regel das Beratungsgespräch; mit Bezug auf relevante Wahrnehmungen, Beobachtungen, Berichte, Protokolle, Dokumente, Geschichten, Erinnerungen. Oft werden Auffälligkeiten, Brüche, Störungen, Diskrepanzen zwischen Absichten und Folgen des Handelns den Einstieg bilden. Das selbstverständlich unter unterschiedlichen Aspekten.

Beratungsgespräche sollten (nicht nur, aber immerhin auch) bestimmten argumentativen Ansprüchen genügen. Sie sollten insbesondere offen, unvoreingenommen und zwanglos geführt werden können. (Also auch einen gewissen Unterschied ausmachen zu jenen Gesprächen und Überlegungen, bei denen die Handelnden eben nicht hinreichend entspannt, gelöst, gelassen und selbstdistanziert mit ihrem Können und Wissen umzugehen vermögen.) Und selbstverständlich sollten sie sprachlich verständlich und sachverständig geführt werden.

Die Tatsachen didaktischen Handelns, Könnens und Wissens gibt es allerdings nicht unabhängig von den Interessen, den Intentionen und den Interpretationen der Handlungen und Situationen; was der Fall ist, das zeigt sich dem wissenden Auge. (Eine Feststellung, die allerdings nicht für subjektiven Intuitionismus, sondern für intersubjektive Rationalität von Coachings spricht.)